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Neueste Posts

Kunst am Futter

27. Februar 2017 , Geschrieben von Max Strammer

Schreiben, Fotografieren, Malen... Auch die "Futterzubereitung" kann sowas wie eine (kleine) Kunst sein, mit der man sich ausdrücken kann.
SiME's Kochkünste

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Neue Freude über frühes, altes Werk

6. November 2014 , Geschrieben von Max Strammer

Manchmal ist's schon, wie: Ostern im November und man findet richtig alte Sachen. Hier ein Bild von 1981 - auf: 29 x 28 selbsthergestellte LW-Pappe. Eines meiner allerersten Ölversuchsbilder überhaupt, mit ca. 1 mm Firnis obendrauf und jeder Menge Druckflecken und sogar leichten Kratzern.... naja, kann man eben nicht ändern. Trotzdem ist es schön, wenn altes wieder da ist.
Dargestellt ist hier die alte Gaststätte "Freudenthal", direkt neben den bekannten "Drei Gleichen", an der Autobahn. Im Hintergrund ist die "Wachsenburg" zu sehen.

Neue Freude über frühes, altes Werk
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kurzes update

18. August 2014 , Geschrieben von Max Strammer

kurzes update
kurzes update
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Schmerz und Kreativität...

28. Juli 2014 , Geschrieben von Max Strammer

Schmerz und Kreativität...

...passt nicht wirklich zusammen!#

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-37-

8. Mai 2014 , Geschrieben von Max Strammer

" Während schwerste Gewitter Dich durchzucken,
möchte ich, in Liebe,
Deinen, sich bäumenden Körper haltend,
meine ganze Seele,
in Deinen
feucht-heißen Leib
verströmen!"
[SiME]

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Um mal wieder auf den neuesten Stand zu kommen

25. März 2014 , Geschrieben von Max Strammer

Um mal wieder auf den neuesten Stand zu kommen

Das ist das neueste Bild.
"Leni und die schicke Omi"

Bleistifte auf 90gr.a3 Künstlerpapier

März 2014

Um mal wieder auf den neuesten Stand zu kommen

Davor kam das:

Um mal wieder auf den neuesten Stand zu kommen

Und davor kam er hier: Der Elvis aus Erfurt:

Um mal wieder auf den neuesten Stand zu kommen

Und das Mädel war am Anfang:

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Schmerztherapie - Für uns gibt es keine Ruhe - es gibt nur Leid und allerhöchstes Glück!

18. Februar 2014 , Geschrieben von Max Strammer

Sicher gibt es verschiedene Formen, sich von einem Schmerz abzulenken - egal welcher Natur dieser sein mag.

Eine Möglichkeit ist, tiefgründige Briefe schreiben. Unter Umständen errreicht man damit aber vielleicht genau das Gegenteil - anstelle Annäherung und Festigung eines angestrebten Zustandes, erfolgt vielleicht eine weitere drastische Verschlechterung - also genau das, was man eigentlich nicht erreichen wollte.

Da bietet sich vielleicht das Malen oder Zeichnen an.

Vielleicht muß man sich ja das Herz ein zweites mal aus der Brust reißen.

Aber, wie heißt es doch: "Schmerz ist Ansichtssache!"

Und Liebe braucht aktive Zeit und muß wachsen können. Über's Knie geht gar nichts.

Und wenn das alles nichts hilft - dann weiß ich auch nicht...;
Und wenn das alles nichts hilft - dann weiß ich auch nicht...;
Und wenn das alles nichts hilft - dann weiß ich auch nicht...;

Und wenn das alles nichts hilft - dann weiß ich auch nicht...;

"Keine Tochter" - Aquarell-Portrait-Skizze einer jungen Frau. Subsummierung der Gene, die es nicht geschafft haben, meine Tochter zu werden - obwohl alle Atomaren- und molekularen Bau- und Bestandteile, irgendwo in der Gegend rumfliegen - also eigentlich da sind. So bleibt sie wohl superskalar und virtuell - von der Option zur Nichtrealität. Aber, so hätte sie (bestimmt) ausgesehen, wenn sich, zur rechten Zeit, am rechten Ort, die zwei liebenden Herzen vereinigt hätten. Leid oder allerhöchstes Glück - Sein oder Nichtsein. Und, dabei gehts nicht so sehr um die 'schnöde' Popperei (um die natürlich auch), sondern um das Potential, das in uns allen steckt! In Liebe...

"Keine Tochter" - Aquarell-Portrait-Skizze einer jungen Frau. Subsummierung der Gene, die es nicht geschafft haben, meine Tochter zu werden - obwohl alle Atomaren- und molekularen Bau- und Bestandteile, irgendwo in der Gegend rumfliegen - also eigentlich da sind. So bleibt sie wohl superskalar und virtuell - von der Option zur Nichtrealität. Aber, so hätte sie (bestimmt) ausgesehen, wenn sich, zur rechten Zeit, am rechten Ort, die zwei liebenden Herzen vereinigt hätten. Leid oder allerhöchstes Glück - Sein oder Nichtsein. Und, dabei gehts nicht so sehr um die 'schnöde' Popperei (um die natürlich auch), sondern um das Potential, das in uns allen steckt! In Liebe...

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37er Pinselgeschichten: Die Wiederentdeckung einer alten Liebe

27. Dezember 2013 , Geschrieben von Max Strammer

37er Pinselgeschichten: Die Wiederentdeckung einer alten Liebe

Eine andere Form der Zusammenfassung von bisherigem:

Im Leben ist es manchmal so, daß man sich, auf einmal und fast unerwartet, mit einer alten Liebe oder Leidenschaft konfrontiert sieht.
Welchen Umständen man dies auch letztlich zu verdanken hat, wer es war, der diese Karten gemischt hat, sodass man, genau hier, zu diesen Punkt gelangte - ist wohl kaum erklärbar und hat bestimmt was mit Wünschen und Träumen, manches vielleicht sogar mit Schicksal zu tun.
Bei meiner Wiederentdeckung des Malens, im Jahre 2011, ging es mir so und nicht nur dort.

Und auch hier, bei der Malerei, wieder war es so, wie die zwei Seiten ein und derselben Medaille: Die dunkle Seite, bei der Geschichte war, dass ich erneut zu eine Reha mußte, weil der Körper nicht mehr alles so mitmachte, wie er es sollte - die helle Seite, dass ich dort wieder zurück zur Malerei gefunden habe.
Malen - eine Sache, die für mich, seit ca. 1982/83 eigentlich als abgeschlossen, abgehakt galt.

Das Leben scheint aber, trotz allem, immer noch überraschende, lichte und helle Momente für uns bereit zu halten. Und die neu erwachte, alte Liebe brennt vielleicht sogar stärker, als je zuvor, wenn man es wirklich zulässt.
Und daran kann man es vielleicht erkennen: das Leben und auch die Malerei, spielt doch irgendwo, im Hellen und nicht nur im Schatten. Man muß nur bereit sein, es zu suchen.

Aber Schatten gehört wohl dennoch, irgendwie, immer mit dazu, zum Licht - Finsternis nicht.

Manchmal hab ich von mir selbst den Eindruck, dass vieles, von dem, was ich so schreibe, male oder rede, viel zu viel und zu laute Geräusche macht - wie ein Musikstück, in dem alle Lieblingsmusikinstrumente, zur gleichen Zeit, ihre beste Melodie spielen sollen, oder wie eine Essenspezialität, an die man, unbedingt, alle verfügbaren, gutschmeckenden Zutaten dazu geben will, um daraus das tollste Gericht aller Zeiten zu zaubern.

Dabei sind doch, wahrscheinlich aber, die einfachsten, zueinander passenden Zutaten oder Akkorde die besten - weil sie so gradlinig, so ehrlich sind - weil sie direkt, unmittelbar und pure aus dem Herzen kommen können und damit auch wirklich autentisch sind.

Die eigentliche Kunst besteht nun wohl darin, aus den einzelnen, wenigen Farben etwas zu schaffen oder zu umschreiben, etwas, dem man sich nicht wirklich entziehen kann, wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat.
Wobei wir wieder bei der Frage sind: Wie wichtig ist das, was wir mit unseren Werken ausdrücken, vermitteln und wen wir damit erreichen wollen?

Ich glaube, die Liebe, zu einem anderen Wesen, einem Menschen oder einem Tier oder vielleicht auch nur ein Gegenstand, den man mit diesen in Verbindung bringt, kann ein wunderbarer, Ausgangspunkt dafür sein, z.B. die Magie eines Augenblickes, auch für andere erkennbar erfahrbar zu machen.
Oft sind es eben nur einige kleine Dinge, von Millionen, die den Unterschied machen. Manchmal reicht schon ein Geräusch, ein Duft, eine Farbstimmung oder ein einfacher Satz aus, um sich an, schon fast vergessen Geglaubtes, zurück zu erinnern.

"Wir malen nicht den Baum selber - wir malen nur die Idee von einem Baum!"

S.

Test:

37er Pinselgeschichten: Die Wiederentdeckung einer alten Liebe

Und manchmal macht man sich eben Sorgen, die Sonne könnte vielleicht nicht mehr scheinen. - Vollmondnacht ohne Mond- (Acryl auf Pappe /2011)

37er Pinselgeschichten: Die Wiederentdeckung einer alten Liebe

Manchmal glaubt man, die Welt nur zu zweit ertragen zu können.
- Pärchen im Garten -
Öl auf LW-Karton/ 2013

37er Pinselgeschichten: Die Wiederentdeckung einer alten Liebe

Und manchmal ist man mit den Gedanken ganz nah.

- Portrait eines stattlichen Mannes -

(Bleistift und Sepia auf 190gr. a3 Papier)

Bereits im Jahre 1980 machte ich, durch einen Studienkollegen inspiriert, die ersten Schritte, Ideen bildlich, mit Pinsel oder Stift, festzuhalten.
Auf der Suche nach dem eigenen Stil und den zu mir passenden Materialen, entstanden einige, teilweise halbfertige Werke, die diesen Weg zum Teil nachzeichnen.

Aus beruflichen und familiären Gründen und der dadurch fehlenden Zeit, trat das Hobby des Malens jedoch in den Hintergrund.
Fotoapparat und Videokamera übernahmen zum Teil die Funktion, eigene Ideen bildlich und kreativ umzusetzen.
Resonanz, Reibefläche und Inspiration bot und bieten mir dabei, neben Aufenthalten in der freien Natur oder im entmenschten Produktionsklima moderner Lesart, solche online-Bereiche, wie Panoramio u.ä.

Letztlich ist es für mich und die Entstehung meiner Bilder so, als wenn man sich, gedankenverloren, auf ein wildes Pferd oder ein Surfbrett schwingt und versucht, ohne jegliche Anstrengung, die ideale Welle zu erwischen und abzureiten.
So inspiriert malen sich Bilder fast wie von selbst und man weiss eigentlich vorher nie, wohin es einen dann tatsächlich verschlägt.
Möge mir und eigentlich uns allen, diese innere schöperische Unrast erhalten bleiben - den sie macht erst, dass wir diese scheinheilige und verlogene Welt aushalten können.
So gesehen erfüllt, für mich, das Malen auch die Funktion einer Art "geistiger Ausscheidung".

Nicht jeder ist heutzutage in der Lage und Willens, jeden verordneten Firlefanz mitzumachen und/oder sich verbal dagegen zu wehren.
Und sicher tragen viele Menschen schwer an dem, was sie täglich in sich reinfressen und irgendwie verdauen müssen.
Nach dem, was wir alles aushalten sollen, ist es wohl höchste Zeit, das die Nation zu Malen anfängt oder sich zumindestens solche Bilder reinzieht, die ihrer wirklichen Frequenz entsprechen.

S.

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Wiederauferstehungsremake eines Vermißten

20. Dezember 2013 , Geschrieben von Max Strammer

Wiederauferstehungsremake eines Vermißten

Das einzige, was ich von diesem alten Bild (Entstehungszeit '81-'82) noch hatte, war ein altes, halbvergammeltes s/w-Negativ,

Um es wieder, vielleicht in neuem Gewand, auferstehen zu lassen, nahm ich nun eine, geeignet erscheinende, Leinwandpappe (60x40cm) und grundierte diese, recht mager (also ziemlich verdünnt) mit einem bräunlichen Acryl-Farbton.
Darauf kam nun, in der Größe, in etwa angepasst eine Art 'vorläufige' Vorskizze, bestehend aus Kalkmine und Kohlemine. Damit nicht alles gleich zu Anfang verschmiert bzw. verwischt, hab ich etwas mit extra-strong Haarlack fixiert. Jetzt riecht das Bild auch erstmal gut nach Apfel ;-)
Diesen ersten Zustand zeigt das erste Bild (step).
Als nächstes hab ich vor, mittels Stiften (evt. normale Buntstifte bzw./und Aquarellstifte) sowie Deckweiß (stark verdünnt) u.evtl. auch schon anderen Schultuschkastenfarben immer mehr Details herauszuarbeiten - eine Kombiuntermalung - sozusagen.
Darauf soll dann ordentlich Öl kommen.
So zumindestens der Plan.
Ich werde mir hier zeitlich keinen Zwang auflegen, bin aber von dem Gadanken fasziniert, dass quasi:
"ziemlich alte, verloren gegangene 'Schätze' auch heute noch, nach so vielen Jahren, vollständig begeistern können!"

Wiederauferstehungsremake eines Vermißten

... also, wenn ich micht recht besinne, habe ich das Orginal, was ja nun leider unauffindbar, also verschollen ist, damals, so '81-'82, beim Studium, gemalt.
Es war also die Zeit des Prüfungsstresses und der 'Albträume' und eben halt auch die Zeit der vielen Inhalte und zwar in jeglicher Hinsicht.
Ich war damals noch... wie nennt sich das heute: 'single', und da gab's auch viel zu tun... Letzteres merkt man dem (Orginal-)Bild aber wohl eher nicht an.

Wiederauferstehungsremake eines Vermißten

So, jetzt mal einen kurzen Zwischenstand.
Aktuell ist die hell/dunkel-Abstimmung und allererste "Erahnung" möglicher Farben angesagt.
Aus der Erinnerung an das Orginalbild weiß ich noch, dass eine Art zombimäßiges helles Erdgraugrün vorherrschend war.
So dass das Bild selbst fast wie ein Schwarzweiß-Bild wirkte.

Das will ich (heute, 2013) durchbrechen, durch das Einführen leicht 'fleischiger' Töne.
Vielleicht wird das Bild dadurch ja noch ein bisschen intensiver. Mal sehen.
Ach so, verwendet habe ich, seit dem letzten, also eigentlich dem ersten step:
'JAXON-Aquarell-Stift weiß',
einige Aquarellstifte von 'DERWENT' sowie den
Billig-Schulmalfarben-Tuschkasten.
Dazu 8er u.10er Rundpinsel, 18er Plastik-Katzenzunge und Wasser.
Zwischendurch wieder mal mit dem Haarlack (extra-strong) fixiert, weil dadurch die Oberfläche
wieder etwas rauer(?) bzw, härter zu werden scheint und etwas besser die Pigmente (Farbe) von den Buntstiften aufnimmt.
(Es lässt sich also wieder leichter, besser darauf rummalen bzw. verändern)
In den späteren Schitten wird/soll dann eine Durchtränkung mit Öl-Malmittel und eine weitere "Bemalung" mit Ölfarbe folgen,
so dass das Öl-Prinzip: 'fett auf mager' nicht verletzt wird.

Wiederauferstehungsremake eines Vermißten

update, Sa.21.12.13:

(ministep)

Bin heute am Ohr hängen geblieben ... also an dem dreieckigen Ding.
Plötzlich sah's aus, wie ein dreieckiger Rahmen, mit einem kleinen Winterbild. Werd's wohl, in dieser Richtung auch so belassen und mit verarbeiten.

Verwendet hab ich Deckweiß, grobe Aquarellfarbe und ein paar Buntstifte waren wohl auch mit bei.

Bei dem "Schläfer" (v.-mitte) und dem Einbeinigen halte ich mich mehr an die ganz ursprünglichen Ideenskizze.
Die hab ich, glücklicherweise ja noch, jedenfalls teilweise.

Wiederauferstehungsremake eines Vermißten

Das ist der momentane Stand im Gesamtüberblick, mit geplanten Veränderungen, die schon, ganz leicht, voreingezeichnet sind (JAXOB Aquarellstift, der was von Seife oder Näh-kreide hat).
Besonders die "Umrandung" um das 'Auge' entsprechen der damaligen Uridee.

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Gertis Muckel

7. Oktober 2013 , Geschrieben von Max Strammer

Gertis Muckel

Gertraud - oder nennen wir sie doch einfach Gerti - ist jetzt achtundvierzig und ohne Arbeit. Sie lebt seit 1987 im Osten Deutschlands.

Herbert, ihr Lebenskamerad, war gleich nach der deutsch-deutschen Grenzöffnung aus der DDR geflohen. Er hatte sich aus dem Staube gemacht und sie einfach sitzenlassen.

"Ich muß unbedingt den Westen testen!" - hatte er ihr zum Abschied noch zugerufen. Dann war er fortgegangen.

Das alte Tafelsilber, einen Teil ihres Schmuckes und das Westgeld, welches sie beide vom Verkauf der noch gut erhaltenen bayerischen Kleiderspende-Sachen auf den anhaltinischen Trödelmärkten eingenommen hatten, hatte er einfach mitgenommen.

Daß sie unbedingt ihre todkranke Oma pflegen müsse, hatte sie damals den Behörden als Begründung für ihre Übersiedlung in die DDR geschrieben. In Wirklichkeit kam sie nur wegen diesem Mistkerl hierher.

Sie war eben schlimm verliebt gewesen in ihren schönen Herbert, den sie im Urlaub am bulgarischen Schwarzmeerstrand kennengelernt hatte.

Allein seinetwegen hatte sie das schöne oberbayerische Heimatdorf und ihren Sonderarbeitsplatz als Gehilfin des Schulheizers verlassen.

Aber Gertis Oma war inzwischen gestorben, und der Herbert, dieser Hundesohn, hatte sich abgesetzt, hatte seine Gerti einfach im Stich gelassen. Das würde sie ihm nie verzeihen - niemals!

Nichts war ihr geblieben.

Sie lebt seitdem allein in der alten Dreiraumwohnung. Das heißt: nicht ganz alleine, denn da gab es ja noch den ebenfalls "alleinstehenden" Kaninchenbock Muckel.

Er war der einzige lebende Nachfahre aus Omas Kaninchenzucht, das letzte Andenken an Oma. Muckel war treu, Gertis Trost in allen Lebenslagen. Er war Ersatz für das Kind, das sie nie bekommen hatte, und außerdem ein richtiger Lebenskamerad. Auf ihn konnte sie sich wenigstens verlassen.

Es machte ihr auch nichts aus, wenn Muckel mal an den hölzernen Sofabeinen knabberte. Und wenn er auch manchmal seine Murmeln auf dem alten Flur-Linoleum hinterließ, Gerti konnte ihm deswegen nicht böse sein.

"Ja, Muckel, du hast es gut bei mir!"

So manches Geheimnis hatte sie ihm anvertraut. Muckel enttäuschte Gerti nicht. Er ließ sich auch nicht vollaufen und grölte auch nicht so herum, wie Herbert es immer getan hatte.

Und doch, es sollte die Zeit kommen, wo Gerti sich von ihrem Muckel trennen mußte.

Das geschah im Jahre "drei" nach der Wende.

Das alte Haus, in dem Gerti bis jetzt gewohnt hatte, sollte abgerissen werden, um einem prächtigen Bürohaus Platz zu machen.

Und Gerti mußte ausziehen.

Zum Glück bekam sie gleich eine neue Bleibe, eine frisch sanierte Einraumwohnung in einer schönen Mietskaserne.

Da war Gerti froh.

Aber diese Freude sollte nicht lange dauern.

Als Gerti einmal den Flur naß aufwischte, und dabei die Wohnungstür offenstehen ließ, nutzte Muckel die ihm gebotene Freiheit und hoppelte bedächtig ins Treppenhaus.

Und just in diesem Moment kam der böse Hausmeister die Treppe hochgeschlichen. Als er Muckel sah, mußte er sich erst mal am Treppengeländer festhalten. Danach wischte er sich mit beiden Händen die Augen aus, schnappte nach Luft und fing mit der neuen Mieterin Gertraud laut zu schimpfen an: ob sie denn nicht den Mietvertrag gelesen habe und ob sie nicht wisse, daß Tierhaltung in der Wohnung strengstens verboten sei.

Er sagte weiter, daß sie genau einen Tag Zeit habe, dieses Untier aus dem schönen neuen Mietshaus zu entfernen, sonst müsse er gleich am nächsten Tag den Hausbesitzer informieren und der würde mit solchen Mietern kurzen Prozeß machen und sie an die frische Luft setzen.

Nun wollte Gerti aber nicht an die frische Luft gesetzt werden. Und ihren Muckel weggeben zu müssen, das brach ihr fast das Herz.

Und so begab sie sich schweren Herzens zu ihrer Freundin Gundel, die am Stadtrand wohnte, um der ihr Leid zu klagen.

Ihren Muckel hatte sie gleich mitgenommen, in der Hoffnung, daß er bei Gundel ein neues Zuhause fände.

Und außerdem hatte Gundel nächstes Wochenende Geburtstag. Vielleicht würde sie ja den Muckel als ein vorfristiges Geburtstagsgeschenk ansehen und ihn bei sich aufnehmen und ihm Unterkunft gewähren.

Und wenn Mucki vielleicht doch nicht bei Gundel bleiben könnte? Gundel wüßte bestimmt Rat und würde helfen, sie kannte ja so viele Leute.

Als Gerti nun Gundel ihr Leid geklagt hatte, hat die erst mal lange nachgedacht. Dann hat sie gesagt:

"Liebe Gerti, deinen Muckel kann ich leider nicht in meiner Wohnung aufnehmen. Auch in meinem Mietvertrag steht, daß das Halten von Tieren in der Wohnung streng verboten ist. Wenn ich also deinen Muckel bei mir aufnähme, würde mir das gleiche zustoßen, wie es dir zugestoßen ist."

Und als Gerti flehte:

"Bitte finde eine Lösung für Muckel, ich bezahle auch das Futter im voraus. Hier, ich habe fünfzig Mark, die kann ich gerne mit dazugeben..." - da hatte Gundel noch mal lange nachgedacht.

Schließlich sagte sie dann endlich, daß sie eine Lösung hätte:

"Weißt du was: - Ich habe dir doch von meinem Bekannten erzählt, dem Peter Hacke, der wohnt allein in einem Haus. Der würde den Muckel bestimmt nehmen. Also, in Gottes Namen, laß den Hasen hier."

Da fiel der Gerti ein Stein von ihrem Herzen.

Sie gab der Gundel auch gleich die fünfzig Mark in die Hand, damit sie es sich nicht noch mal anders überlegen sollte.

Gundel machte dann für sich und für Gerti einen Kaffe und der Muckel durfte sogar noch in Gundels Wohnung rumhoppeln und alles auskundschaften.

Gundel sagte dann, daß der Peter noch heute Nacht käme, sie zu besuchen, und da wollte sie ihm schon den Muckel mitgeben. Und am Wochenende sei der Peter dann ja auch mit da.

Als das Gespräch auf das nächste Wochenende und damit auf Gundels Geburtstag gekommen war, sagte die Gundel zu der Gerti, daß sie ja auch schon zum Mittagessen kommen könne, da gäbe es nämlich Thüringer Klöße, die ihr der Peter machen würde, und der kann die besonders gut. "Der arbeitet nämlich in einem Restaurant, mußt du wissen" - hatte sie gesagt.

"Und zu schenken brauchst du mir ja auch nichts weiter, höchstens 'ne Kleinigkeit."

Da war Gerti froh. Es geht eben nichts über eine echte Frauenfreundschaft.

Für Gerti wollten dann die Tage bis zu Gundels Geburtstag nicht vergehen, zu sehr fehlte ihr Muckel. Aber sie hatte keine Sorge mehr, wußte sie doch ihren Muckel in guten Händen.

Am Geburtstag dann saß Gerti pünktlich am Mittagstisch bei Gundel. Sie freute sich schon mächtig auf das Geburtstagsessen. Sie selbst kannte ja Thüringer Klöße nur dem Namen nach - in Bayern aß man immer nur Knödel.

Während Peter noch in der Küche herumwirtschaftete und sich durch niemanden stören lassen wollte, tranken die beiden Frauen schon ihren dritten OUZO, den Peter vorher noch schnell aus dem Kühlschrank geholt hatte und den man immer vor dem Essen trinken muß.

Vom angenehmen Bratengeruch schon ganz erregt, konnte es Gerti kaum erwarten, bis es endlich soweit wäre und das Festmahl begänne.

Dann war es endlich soweit: die Klöße und der Festtagsbraten standen auf dem Tisch. Man stieß noch schnell auf Gundels Geburtstag an. Dann sahen sich Peter und Gundel tief in die Augen und haben sich auch noch geküßt. Nun konnte der Festschmaus beginnen.

Bei so viel Liebe dachte Gerti gleich an ihren Muckel und seufzte leise vor sich hin: " Ach ja, mein kleiner Muckel, ob es Dir wohl gut ergeht und ob du es auch schön warm hast in Deinem neuen Zuhause?"

Ohne gleich auf die Frage der Gerti zu antworten, sahen sich Gundel und Peter wieder bedeutungsvoll an. Peters rechtes Auge zuckte leicht, und unter dem Tisch, so schien es, suchten Gundels Füße Kontakt zu Peters Knien - zumindestens kam es Gerti so vor.

Bis Peter endlich das Schweigen brach und sagte:

"Liebe Gerti, mach' dir da mal keine Sorgen, das Tier hat ja jetzt das Schlimmste bereits hinter sich."

Und Gerti machte sich keine weiteren Sorgen, fragte den Peter, ob sie sich noch die letzte knusprige Hühnerkeule vom Bratenteller nehmen darf - und dabei entging ihr ganz, daß dieses Huhn vier Beine hatte.

*

(c) [SiME]

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